Franz Czak

Schlosser. Widerstandskämpfer gegen das NS-Regime. Hingerichtet.

* 1907    † 1943

 

Lebenslauf

Franz Czak wurde am 11.11.1907 in Korneuburg geboren. Er arbeitete als Schlosser.

Mitarbeit bei der "Roten Hilfe"

Franz Czak war bis 1934 Mitglied der SDAPÖ. Schließlich wurde er von Josef Schwarzböck für die „Rote Hilfe“ geworben.

Widerstand, Verhaftung, Todesurteil

Franz Czak wurde am 27. 5. 1942 verhaftet, am 7. 12. 1942 folgte, gemeinsam mit Karl John (begnadigt) seine Verurteilung zum Tode. Am 17.5.1943 wurde er im Landesgericht I in Wien hingerichtet.

Aus dem Urteil

„Die illegale ’Rote Hilfe‘ bezweckt, wie gerichtsbekannt, durch die Unterstützung von Angehörigen festgenommener Kommunisten die Stärkung der Bereitschaft des Einzelnen zu staatsfeindlicher kommunistischer Tätigkeit. Jede Mitarbeit bei dieser kommunistischen Unterstützungsaktion stellt deshalb eine Förderung der auf die gewaltsame Beseitigung der nationalsozialistischen Regierungsform gerichteten Bestrebungen der illegalen kommunistischen Partei dar. (…) Die Angeklagten haben sich noch etwa ein halbes Jahr nach Beginn des Kampfes gegen den Bolschewismus kommunistisch betätigt. Sie haben sich dabei nicht, wie es in anderen vom Senat abgeurteilten Fällen der Unterstützung von Angehörigen politischer Häftlinge im Wege geheimer Sammlungen geschehen ist, darauf beschränkt, solchen Familien Festgenommener, die ihnen persönlich bekannt waren, geldliche Hilfe zukommen lassen. Sie haben sich vielmehr bewusst in eine kommunistische Hilfsorganisation eingegliedert, ohne Rücksicht darauf, ob überhaupt und zu welchem Gunsten die aufgebrachten Beträge als Unterstützung verwendet wurden. Weiterhin kommt erschwerend in Betracht, dass die Angeklagten ihre Hand zur Verbreitung kommunistischer Schriften geboten und auch dann noch ihre Tätigkeit fortgesetzt haben, als sie durch die Anfang Juli 1941 erfolgte Festnahme des Schwarzböck nachdrücklichst gewarnt worden waren.“

Gedenkort - Landesgericht für Strafsachen Wien

Im ehemaligen Hinrichtungsraum des Landesgericht für Strafsachen Wien findet sich sein Name auf einer der Gedenktafeln.

Quellen und Bildnachweise

  • Porträtbild und Texte aus Willi Weinert, "Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer". 4. Auflage Wiener Stern Verlag, 2017
  • Bühnenbild Guillotine: Leihgeber Kurt Brazda
  • Alle anderen Bilder: Privatbesitz / Verein Zur Erinnerung

Weiterführende Informationen

  • DÖW Katalog zur permanenten Ausstellung. Hg. v. Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstands, Wien 2006
  • Wolfgang Neugebauer, Der österreichische Widerstand 1938-1945, Wien 2008
  • Die Geschichte des Grauen Hauses und die österreichische Gerichtsbarkeit, Wien 2012
  • DÖW (Hg.) Widerstand und Verfolgungen in den österreichischen Bundesländern (Wien, Burgenland, Oberösterreich, Tirol, Niederösterreich, Salzburg), Wien 1975-1991
  • Heinz Arnberger, Claudia Kuretsidis-Haider (Hg.) Gedenken und Mahnen in Niederösterreich. Erinnerungszeichen zu Widerstand und Verfolgung, Exil, Befreiung, Wien 2011
  • Brigitte Bailer, Wolfgang Maderthaner, Kurt Scholz (Hg.), „Die Vollstreckung verlief ohne Besonderheiten“, Wien
  • Herbert Steiner, Gestorben für Österreich. Widerstand gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1995
  • Herber Steiner, Zum Tode verurteilt: Österreicher gegen Hitler. Eine Dokumentation, Wien 1964
  • Willi Weinert, „Mich könnt ihr löschen, aber nicht das Feuer“. Biografien der im Wiener Landesgericht hingerichteten WiderstandskämpferInnen gegen das NS-Regime. Ein Führer durch die Gruppe 40 am Wiener Zentralfriedhof. 4. Auflage Wiener Stern Verlag 2017
  • Lisl Rizi, Willi Weinert, „Mein Kopf wird euch auch nicht retten“. Korrespondenzen österreichischer WiderstandskämpferInnen aus der Haft. 4 Bände. Wiener Stern Verlag 2016

Web-Hinweise


Porträt teilen